Wenn ich die Chance hätte …

Ich hätte echt bessere Entscheidungen treffen können
… wenn ich vorher gewusst hätte

Ich hätte mir echt mehr Mühe geben können
… wenn ich gewusst hätte, dass es etwas bewirkt

Ich hätte echt besser überlegen sollen
… aber ich habe es nicht besser gewusst

Ich hätte echt mehr dafür einstehen sollen
… aber ich habe es nicht gekonnt

Ich hätte es wirklich vorhersehen können
… aber ich habe es zu spät bemerkt

Ich hätte echt einen anderen Weg einschlagen sollen
… aber ich habe ihn nicht gesehen

Ich hätte es mir wirklich leichter machen können
… aber ich habe nicht gewusst wie

Im Nachhinein sieht vieles klarer und leichter aus, einfach und logisch

Aber wenn es dein Leben ist, wenn du mitten drinnen steckst, siehst du den anderen Weg vielleicht gar nicht

Ich glaub ich habe ihn manchmal gesehen

Ich glaub es hätte manches einfacher sein können

Aber in dem Moment mit dem Wissen

… habe ich Entscheidungen getroffen, gute und schlechte

Wenn ich jetzt die Chance hätte, eine Entscheidung zu ändern, rückwirkend und mit dem jetzigen Wissen, eine einzige, ganz egal welche …

Nein, ich würde es nicht tun

Ich habe es mir nicht leicht gemacht, aber das ist schon ok

Das ist das Leben

Das ist meine Vergangenheit

Und weil man aus Fehlern lernt, mache ich es morgen einfach besser
… nach bestem Wissen und Gewissen

Horrortage mit Glückssträhne

Im Moment hab ich einen Lauf. Womit es angefangen hat kann ich gar nicht genau sagen …

Da war die Förderstelle die mir mein Stipendium rückwirkend streichen wollte, weil sie sich verrechnet haben.

Oder mein Vater den ich wegen „dauernd schwindlig“ ins Krankenhaus gebracht habe und bei dem dann ein Gewächs im Kopf gefunden wurde.

Das Auto bei dem die Batterie aufgeleuchtet hat und das dann mitten auf einer Kreuzung stehen geblieben ist.

Das Ersatzteil fürs Auto, das nach zwei Tagen kaputt war. Und ich den Bub, der sich das Auto ausgeborgt hatte, mitten in der Nacht irgendwo in der Pampa abholen durfte.

Die Geschichte mit dem Fahrrad, der Baustelle und den Straßenbahnschienen, die schmerzhaft geendet hat.

Nebenbei noch eine Friseurin, die „asymetrisch mit Undercut und ein bisschen fransig“ in die perfekte Frisur für eine ländliche, erzakatholische Gesangsvereinsleiterin umgesetzt hat.

Was noch?

Die Firma bei der er sich beworben hat, die 40 oder mehr Jobs ausgeschrieben hat, die ihn ewig hingehalten und zweimal eingeladen hat und ihm dann sagt: „Sie haben einen guten Eindruck gemacht, aber im Moment können wir niemanden einstellen.“

Die Firma in der die „Kleine“ ihre Lehre mit Auszeichnung abgeschlossen hat und die dann mit den Ex-Lehrlingen Schach spielt indem sie die Mädels in den Filialen umverteilt ohne auf Wohnorte, Fahrzeiten oder ähnliches Rücksicht zu nehmen.

Die Firma in der die „Große“ ihre Lehre abgeschlossen hat und die ihr sie -zuerst – in Zukunft auch Teilzeit zu behalten und – dann plötzlich – doch auf Vollzeit besteht, weil sie keine neuen Lehrlinge bekommen.

Der Bub der sich alle Mühe gibt sich sein Leben selbst so schwer wie möglich zu machen.

Die Mutter die nach wie vor trinkt und ihr Haus verkaufen will, aber aus Rücksicht(?) auf meinen Dad nicht selbst mit dem Makler sprechen kann und das deshalb mir überlässt und dann – nach meinem Gespräch – doch wieder „noch ein bisschen abwarten“ möchte und wieder einmal alles leere Kilometer waren.

Und trotzdem … ein bisschen hab ich auch eine Glückssträhne.

Mit der Förderstelle gibt es einen Kompromiss und der neue Betreuer ist eigentlich ganz ok.

Der „Tumor“ vom Dad ist zwar 5 cm groß aber gutartig und nicht mit den Gehirn verwachsen. Er wird operiert und dann sollte es gut sein.

Nachdem ich mein Auto alleine auf einen Parkplatz geschoben habe, begleitet vom Hupen einiger SUV-Fahrer. Hat der Typ vom ÖAMTC gleich das Problem gefunden, vorläufig repariert, und mir erklärt was zu tun ist, falls es nochmal passiert.
Gleich Teil bei einem Händler vor Ort bestellt, am nächsten Tag selbst eingebaut, perfekt gelaufen.

Zumindest für zwei Tage, was ich beim Einbau schon befürchtet habe ist dann eingetreten.
Das Teil das ich bekommen habe, war nicht exakt das richtige und … naja …
Inzwischen wieder das Original eingebaut (das dank ÖAMTC ja noch „zur Not“ funktioniert),
Im Internet ein neues Teil bestellt, drei Tage später bekommen, eingebaut, läuft.

Die Fahrrad-Straßenbahnschienen-Geschichte hat mir ein paar Abschürfungen und blaue Flecke eingebracht, aber ich werd’s überleben.
Die Große hat mich „erst versorgt“ und dann bin ich sogar noch ein paar Stunden kellnern gegangen, da war es gar nicht so schlimm. Ich glaub das war der Schock … heute (am Tag danach) gibt es kaum ein Körperteil das mir nicht weh tut.

Meine Haare hab ich nach dem Friseur-Dilemma selbst nachgeschnitten und das ist gar nicht so schlecht geworden. Ich glaub da bleib ich auch in Zukunft dabei.

Und die anderen Sachen werden sich hoffentlich auch bald irgendwie auflösen.
Dort oder da gibt es schon Ansätze. Bei anderen Sachen kann man eh nur zuschauen und abwarten in welche Richtung sie sich entwickeln.

Aber im Großen und Ganzen ist alles wie vorher.
Und zum Glück ist nix passiert.

Mein Leben und ich

Ich bin …

Ich bin ganz anders als die Anderen

Ich bin genauso wie du

Bei mir ist das anders
Ja, ich kenne das, dass hab ich auch schon erlebt

Das sind doch alles Kleinigkeiten, du müsstest mal mein Leben leben

Nein, kein Problem ich krieg das locker auf die Reihe

Ich bin ganz anders
Ich bin ganz anders als alle Anderen

Es gibt niemanden der genau gleich ist wie ich

und auch wenn ich manchmal versuche mich anzupassen,

oder bestimmte Eigenheiten zu imitieren und mich zu integrieren

ich möchte nicht sein wie „die Anderen“
ich möchte nicht sein wie Du, wie Ihr

aber ich bin genauso wie Alle
wir sind doch alle gleich
wir Alle suchen Glück und Erfüllung
wir wünschen uns Liebe und Geborgenheit
keiner von uns kann ganz alleine sein, ohne dass ihm etwas fehlt

jeder von uns kämpft für sich allein und trotzdem geht es nur gemeinsam

wir sind alle Eins

mein Leben ist anders
niemand kann es sich vorstellen
jeder kennt nur einen kleinen Teil, und dass ist gut so
ich habe schon viel erlebt und gesehen, Dinge die andere nur aus dem Fernsehen kennen

mein Leben ist oft ganz schön schräg und chaotisch
manchmal war es schon richtig böse, manchmal tut es richtig weh

und auch wenn es keinen Ausweg mehr gibt, es geht immer weiter

ich hab schon so oft aufgegeben und es hat immer wieder neu angefangen
mein Leben ist so anders
die Geschichte würde niemand glauben

Ja, ich weiß

bei dir ist es nicht viel anders
ich verstehe dich gut, ich weiß was du meinst
wir sind uns sehr ähnlich

bei mir ist das ganz gleich

ich war ja auch schon in der Situation

so geht es jedem einmal
und irgendwie ist doch ein Leben wie das andere

und trotzdem bekommt jeder nur das Leben, dass er ertragen kann

doch manchmal ist auch das schon zu viel

es kommt oft nur auf die eigenen Entscheidungen an, auf den Blickwinkel, die eigene Einstellung „das Branding“ das wir geerbt und erlernt haben
mein Leben ist anders, anders als ich es mir vorgestellt habe
ich mach mir viele Gedanken darüber
ich überlege was ich tun könnte, wie ich aktiv eingreifen kann
und immer wieder versuche ich es
vielleicht wird es nie wie ich es gerne hätte

oft ist es schon ganz gut
aber es ändert sich ständig,
mein Leben lebt
im Moment lebt es eher ruhig und gemächlich
es genießt die Ruhe
ich warte auf den Sturm,

mein Leben hat mich noch nie im Stich gelassen
auch wenn es oft getan hat als ob

ich mag mein Leben
egal wie zäh, trüb, grell, ungeduldig, chaotisch oder normal es manchmal ist

mein Leben ist anders als die Anderen,
und ich bin gleich